Mastodon

Stadtentwicklung

Care Cities sind meine Vision für Saarbrücken. Eine Stadt aus dieser Perspektive plant nicht primär für Autos oder Durchgangsverkehr. Sie plant für Menschen, die sich umeinander kümmern – oder gekümmert bekommen. Für Eltern mit Kindern, für pflegende Angehörige, für Seniorinnen und Senioren, für Alleinerziehende, für alle, deren Alltag nicht dem klassischen Fünf-Uhr-Abendschluss folgt.

Stadtentwicklung aus Care-Perspektive bedeutet: Nahversorgung in jedem Quartier erhalten und stärken. Öffentliche Räume so gestalten, dass sie Begegnung fördern statt bloßer Transitfläche. Soziale Infrastruktur wie Kitas, Pflegeeinrichtungen, Begegnungsstätten nicht als Restgröße behandeln, die sich hinterlässt, wennanderswo Platz ist. Sie sind das Herzstück der Planung.

Öffentlicher Raum ist wertvoll. Er gehört nicht dem höchsten Bieter, sondern allen, die ihn nutzen wollen. Das gilt für Parks genauso wie für Straßen. Wenn wir mehr Radwege, breitere Gehwege, mehr Grünflächen und weniger Parkplätze bauen, gewinnen wir Lebensqualität zurück. Und diese Qualität kommt denen am meisten zugute, die bisher am wenigsten davon hatten.

Digitale Infrastruktur gehört zur sozialen Infrastruktur dazu. Ohne digitale Teilhabe keine Chance auf Bildung, keine Möglichkeit zur politischen Mitwirkung, keinen Zugang zu Dienstleistungen. Wir müssen daher den Breitbandausbau mit sozialen Zielen verbinden: Jeder Haushalt muss online sein können, jede Schule digital ausgestattet, jede Bibliothek ein Ankerpunkt für Zugang.

Die Herausforderung liegt darin, altes und neues zusammenzudenken. Bestehende Strukturen erhalten und verbessern, ohne neue Probleme zu schaffen. Neubaugebiete so planen, dass sie von Anfang an inklusive, klimaresiliente und lebenswerte Nachbarschaften werden. Und dabei immer im Kopf behalten: Eine gute Stadt ist nicht die, die am schnellsten wächst, sondern die, in der sich die Menschen, die sie bewohnen, gut fühlen.