Mobilität für alle ermöglichen
Mobilität ist mehr als Fortbewegung. Sie entscheidet darüber, wer am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann und wer nicht. Ich stehe für eine feministische Mobilitätspolitik, die erkennt, dass Wege von Frauen und Menschen mit Care-Verantwortung oft komplexer sind als die klassische Pendlerstrecke. Sie führen zur Kita, zum Arzt, zum Supermarkt, zur Arbeit und wieder zurück – häufig in mehreren Etappen und außerhalb der Rush Hours.
Eine gerechte Verkehrsplanung muss diese Realität abbilden. Der ÖPNV darf sich nicht nur auf Berufsverkehr zur Hauptzeit beschränken. Taktverdichtung bedeutet mehr Frequenz zu allen Tageszeiten, nicht nur zwischen 7 und 9 Uhr morgens. Haltestellen müssen dort liegen, wo Versorgung stattfindet, nicht nur dort, wo es historisch gewachsen ist.
Radwege müssen baulich getrennt sein, durchgängig befahrbar und sicher für Kinder genauso wie für Ältere. Wenn Radfahren erst riskant erscheint, wenn man mit Helm und Trainingskleidung ausgerüstet ist, dann ist das kein Angebot, sondern eine Hürde. Der Straßenraum gehört allen. Wer weniger Fläche verbraucht, braucht mehr von ihr – das ist die einfache Gerechtigkeit, die eine moderne Verkehrswende braucht.
Anreize für den Umstieg vom Auto entstehen, wenn Alternativen verlässlich und angenehm werden. Wenn Bus und Bahn pünktlich kommen, wenn Radwege ohne gefährliche Engstellen führen, wenn Gehwege breit genug bleiben. Dann stellen Menschen ihre Autos auch wirklich ab, nicht weil sie sollen, sondern weil es sich besser anfühlt.
